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»Israelkritik ist nicht gleich Antisemitismus«

Ein Beitrag von Isa Nowotny und Ursula Prem, 24. Juni 2017;

Diesen Satz hört man von »Israelkritikern« fast aller politischen Ausrichtungen, mit Ausnahme der Linksautonomen sowie der Rechtsradikalen: Ihnen ist es sowieso egal, ob sie als antisemitisch wahrgenommen werden oder nicht. Sie sind es einfach, wobei die Rechtsradikalen kein Geheimnis daraus machen.

Wer sich zum Aktivisten berufen fühlt und sich dabei erst einmal auf das winzige Israel stürzt - wegen Sachen wie dieser oder Lappalien wie dieser unter Nichtbeachtung von echten Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea, der Türkei sowie vielen anderen muslimischen Ländern - der hat zumindest unterschwellig antisemitische Vorstellungen. So sieht der Duden das anscheinend auch. Sucht man auf www.duden.de nach dem schönen Adjektiv »israelkritisch«, so erscheint das:

Damit endet es auch schon mit den »...kritisch« - Adjektiven. Sucht man nach »russlandkritisch« ...

... oder »nordkoreakritisch« ...

... und so weiter ...

... probieren wir weiter ...

... geben wir ihnen eine Chance ...

... einer noch ...

... »Oder meinten Sie: israelkritisch?« Eindeutig mein Favorit!

Wenn es »israelkritisch« als Wort gibt, aber nicht zum Beispiel »nordkoreakritisch«, dann dürfte das ein deutliches Zeichen sein. So steht es jedenfalls im Duden.

Dazu muss gesagt werden: Ich will niemandem das Recht auf Kritik absprechen. Zum Beispiel an den hohen Lebenshaltungskosten in Israel, oder an dem leider noch vorhandenen Rassismus einiger aschkenasischer Israelis gegenüber äthiopischen Juden. Doch wer Israel das Existenzrecht sowie das Recht auf Selbstverteidigung abspricht, ist antisemitisch - ob gewollt oder nicht, denn im Ergebnis gibt er damit die jüdischen Israelis zur Vernichtung frei.

Jene »Aktivisten« können in zwei große Gruppen unterteilt werden: Einmal diejenigen, die sich fünf Minuten lang über das Thema Nahostkonflikt informiert haben - auf einer Website wie electronicintifada oder einer ähnlichen, und sich nun für historisch und moralisch erleuchtet halten. Diese Menschen sprechen Israel das Existenzrecht ab, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was mit den israelischen Juden passieren würde, wenn der Staat Israel und die israelische Armee auf einmal nicht mehr existieren würden. Spoiler: Sie würden allesamt von ihren »friedlichen« muslimischen Nachbarn abgeschlachtet werden. Und nicht nur die »teuflischen Besatzer«, die Netanyahu gewählt und in der Armee gedient haben, sondern genauso die linken Selbsthasser, die sich heute für die »Befreiung« Palästinas einsetzen. Jude ist Jude. Spoiler 2: Nicht nur Israelis, sondern auch Juden in der Diaspora wären betroffen. Vor allem in Europa werden Juden - auch jene, die keinerlei persönliche Verbindung zu Israel haben - unter anderem von »friedlichen« Muslimen schikaniert, was viele dazu zwingt, nach Israel auszuwandern. Bestünde Israel nicht mehr, hätten diese Juden keinerlei Ausweichmöglichkeit. Aber ich schweife ab.

Diese Art »Aktivist« jedenfalls ist schlicht dumm, hält das weltpolitische Geschehen für ein Spiel und interessiert sich nicht für die Auswirkungen seiner Ansichten und Aktionen. Er ist fast immer links. Die zweite Gruppe der »Aktivisten« sind die echten Antisemiten: Sie sind über das Thema Nahostkonflikt besser informiert als Gruppe 1. Sie wissen genau, was mit den Juden bei einer Zerstörung Israels passieren würde - und genau das wollen sie auch! Denn ihre einzige politische Motivation ist ihr Judenhass. Zu erkennen an Sprüchen wie »Jude, Jude, feiges Schwein - komm doch raus und kämpf' allein!« oder Aussagen wie »Ich bin kein Antisemit, aber diese reichen Juden sollen endlich aufhören, palästinensische Brunnen zu vergiften!« und ähnlichen, sind sie fast immer Muslime und/oder Rechtsradikale.

Was aber können wir gegen das giftige Gebräu aus linkem, rechtem und muslimischem Antisemitismus unternehmen? - Zuerst einmal müssen wir uns ehrlich machen und damit aufhören, das uns Jahrzehntelang eingebläute Narrativ ungeprüft weiterzutragen, welches nur dazu diente, das Existenzrecht Israels zu untergraben. Dass gerade die Mainstreammedien sich mehrheitlich der »Israelkritik« verpflichtet fühlen, kann keine Ausrede dafür sein, ihre Lügen zu übernehmen. Gehaltvollere Informationen finden sich im Internet, zum Beispiel auf Mena Watch oder NGO Monitor. Bestellen wir Zeitungen, die uns kontinuierlich mit tendenziöser »Israelkritik« überziehen, einfach ab, um ihnen die wirtschaftliche Grundlage für ihre Hetzkampagnen zu entziehen. Auch lohnt es sich, beim Einkauf gezielt auf Made in Israel zu achten, um der unsäglichen BDS-Kampagne etwas entgegenzusetzen. Wählen wir auch Politiker und Parteien ab, die sich in Sachen demonstrativer »Israelkritik« hervortun und damit auch unser Land beschädigen, weil sie auf das antisemitische Stimmenpotenzial ihrer Wählerschaft schielen.

Wehret den Anfängen, es ist wieder einmal soweit!

 

 

 

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