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Der Traum von der Koexistenz - der Mythos der Zweistaatenlösung

Ein Beitrag von Isa Nowotny, 30. April 2017;

1947. Nach dem UN-Teilungsplan kurz vor der Staatsgründung Israels soll neben dem jüdischen Staat auch ein arabischer entstehen. Die Araber lehnen ab.

2000. Der israelische Premierminister Ehud Barak stimmt in Camp David einem »Friedensplan« zu, der den Palästinensern ein konkretes Territorium zugesprochen hätte. Palästinenserführer Arafat lehnt ab; kurz darauf beginnt die zweite Intifada.

2008. Ehud Olmert, ebenfalls israelischer Premierminister, wollte den Palästinensern einen eigenen Staat zusprechen, dessen Gebiet etwa der Fläche des israelischen Staates entsprechen sollte. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas lehnt ab.

Kann eine Zweistaatenlösung funktionieren, wenn sie selbst von der Seite, zu deren Gunsten sie überhaupt existieren soll, abgelehnt wird? Und warum wird sie überhaupt abgelehnt, wenn es doch nur um Land geht und die Fläche für beide Völker ausreicht? Ist ein eigener Staat nicht das, was die Palästinenser wollen? Kurz gesagt: Wer diesen Konflikt verstehen will - wirklich verstehen - der muss sich von der hierzulande prävalenten Vorstellung lösen, dass es dabei um Land, um Territorium geht. Es ist allzu leicht, dieser Irrvorstellung Glauben zu schenken, wenn man sich oberflächlich mit der Geschichte Israels beschäftigt. »Juden, die in das Land einfallen, die einheimischen Araber vertreiben und einfach so einen Staat gründen? Natürlich sind die Araber wütend, die Juden haben ihnen das Land gestohlen!«

Die Tatsache, dass Juden immer schon dort ansässig waren - knappe 30.000 kurz vor Beginn der zionistischen Bewegung - wird an dieser Stelle nur allzu selten erwähnt. Oder gar der Fakt, dass vor Israels Staatsgründung der arabischen Bevölkerung kein Land gestohlen wurde, sondern deren Grundbesitz legal abgekauft wurde. Und ganz zu schweigen von der Tatsache, dass der Großteil der arabisch-muslimischen Länder ihre jüdischen Einwohner nach und nach enteignet, vertrieben und somit ihre Länder nahezu »judenrein« gemacht haben.

Tabelle: Entwicklung der jüdischen Bevölkerung 1948 - 2000

Und warum ist es überhaupt so schlimm, wenn das jüdische Volk einen einzigen kleinen Staat hat? Ja, der kleine rote Fleck auf der Karte sind die Landräuber! Wie man hier schön in Grün sehen kann, haben Muslime auf der Welt viel Platz.

Muslimische Länder (grün) versus Israel (rot)

Hier sind wir wieder bei der Frage, warum Muslime so sehr um dieses kleine Stück Land kämpfen. Also: Wie oben beschrieben; der Glaube, dass es um Land geht, ist ein Irrgedanke. Ich schreibe »Muslime« und nicht »Palästinenser«, da es nicht nur Palästinenser betrifft. Denn warum stehen praktisch alle muslimischen Länder stramm hinter den Palästinensern? Sogar der schiitische Iran, der in Sachen »Israelhass« (übersetzt: Judenhass) ganz vorne dabei ist, unterstützt die sunnitischen Palästinenser. Angesichts der Juden halten also selbst Schiiten und Sunniten zusammen. Religionsgemeinschaften, die sich normalerweise gegenseitig zerfetzen. Was könnte also anderes dahinterstehen, als eine grundsätzliche muslimische Solidarität?

Also, wenn es nicht um Land geht - um was geht es dann? Das grundsätzliche Problem ist der Islam. Der islamische Antisemitismus, der generelle islamische Hass auf »Ungläubige« sowie der islamische Expansionsdrang. Der Staat Israel steht wie ein Fels in der Brandung der islamischen Welt; er steht gegen alles, was gläubige Muslime anstreben. Die Tatsache, dass ein »ungläubiger«, schlimmer: jüdischer Staat neben ihren Ländern existiert, geht exakt gegen ihre religiösen Vorstellungen von Antisemitismus und Expansionsdrang.

Sehen wir uns einige Koransuren an:

Sure 5/64

»Und die Juden sagen: "Allahs Hand ist gefesselt." Ihre (eigenen) Hände seien gefesselt und sie seien verflucht für das, was sie sagen. Nein! Vielmehr sind Seine Hände (weit) ausgestreckt; Er gibt aus, wie Er will. Was zu dir (als Offenbarung) von deinem Herrn herabgesandt worden ist, wird sicherlich bei vielen von ihnen die Auflehnung und den Unglauben noch mehren. Und Wir haben unter ihnen Feindschaft und Hass erregt bis zum Tag der Auferstehung. Jedes Mal, wenn sie ein Feuer zum Krieg anzünden, löscht Allah es aus. Und sie bemühen sich, auf der Erde Unheil zu stiften. Aber Allah liebt nicht die Unheilstifter.«

Diese Sure besagt, dass Juden für alles Unheil auf der Erde verantwortlich sind und sie deshalb »von Allah nicht geliebt werden«. Warum sollte man also als gläubiger Muslim etwas anderes denken als Allah selbst?

Sure 9/5

»Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf! Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann lasst sie ihres Weges ziehen! Gewiss, Allah ist Allvergebend und Barmherzig.«

Ein Muslim soll also »Ungläubige« bedrohen; sollten diese aber daraufhin zum Islam konvertieren und ihre Pflichten verrichten, ist ihnen vergeben. Auf gut Deutsch: Der Islam ist tatsächlich die Religion des Friedens - unter der Bedingung, dass alle Menschen brav mitmachen.

Sure 47/4

»Wenn ihr auf diejenigen, die ungläubig sind, (im Kampf) trefft, dann schlagt (ihnen auf) die Nacken. Wenn ihr sie schließlich schwer niedergeschlagen habt, dann legt (ihnen) die Fesseln fest an. (...)«

Charmant.

Dies war nur ein kurzer Einblick in die Gedankenwelt der Menschen, gegen die sich Israel tagtäglich beweisen muss. Der Islam ist maßgeblich definiert durch seinen Expansionsdrang; den Drang, möglichst viele Menschen zu bekehren, deren Länder einzunehmen und zu islamisieren. Bekämen die Palästinenser also ihren eigenen Staat neben Israel, so wäre der Großteil von ihnen längst nicht zufrieden. Denn dann geht es weiter: Sie werden weiterhin ganz Israel für sich wollen. Die Ummah (muslimische Gemeinschaft auf der ganzen Welt) will Schweden für sich, will Deutschland, ganz Europa ... die ganze westliche Welt für sich. Es hört nicht auf bei Israel, denn es liegt in der Essenz der islamischen Religion. Und es wird sich in ganz Europa an der jetzigen Situation nichts zum Besseren ändern, solange der Großteil der Bevölkerung glaubt, der Nahostkonflikt sei ein Streit um Land. Israel ist der Prüfstein der westlichen Welt, und es sollte jedem freiheitsliebenden Menschen am Herzen liegen, Israels Existenz zu sichern. Und dies geht keinesfalls mit einer Zweistaaten»lösung«.

 

 

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